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Legal requirements and business structure for Amazon sellers: Understand insurance, licences and tax matters

Willst du bei Amazon starten? Erfahre alles zu rechtlichen Pflichten, Unternehmensformen und Versicherungen, die für deinen Erfolg entscheidend sind.

06 Apr. 202515 min. læsetidJens VittrupJens Vittrup

Gesetzliche Anforderungen und Unternehmensstruktur für Amazon Verkäufer

Amazon-Verkäufer werden heisst: Du brauchst mehr als gute Produkte und eine starke Verkaufsstrategie. Rechtliche Vorgaben und die passende Unternehmensstruktur sind entscheidend für deinen Erfolg auf der Plattform. Egal ob du als Einzelunternehmer starten willst oder eine GmbH gründest, das Verständnis der von Amazon geforderten Regelungen – besonders im Hinblick auf Versicherungen und gewerbliche Lizenzen – ist essenziell.

In diesem Leitfaden erfährst du alles Wichtige zu den rechtlichen Anforderungen für Amazon-Verkäufer, inklusive Versicherungspflichten, Unternehmensformen und ob spezielle Genehmigungen nötig sind, um beispielsweise Lebensmittel zu verkaufen. Zudem behandeln wir das Thema Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer für internationale Händler.

Versicherungspflicht bei Amazon – darauf musst du achten

Beim Verkauf auf Amazon ist eine Versicherung oft mehr als nur eine Empfehlung – für viele Verkäufer ist sie zwingend vorgeschrieben. Amazon verlangt eine Betriebshaftpflichtversicherung, sobald dein monatlicher Umsatz 10.000 USD über drei Monate hinweg überschreitet. Diese Pflicht dient dem Schutz von dir als Verkäufer und der Plattform.

Die Police muss eine Deckungssumme von mindestens 1 Million USD pro Schadensfall und insgesamt absichern und Produkt- sowie Personen- und Sachschäden einschliessen. Zusätzlich müssen „Amazon.com, Inc., verbundene Unternehmen und Rechtsnachfolger“ als mitversicherte Parteien aufgeführt sein. So sind sowohl du als auch Amazon für etwaige Schadensfälle geschützt.

Auch wenn dein Umsatz noch unter 10.000 USD liegt, empfiehlt es sich, eine Amazon Versicherung frühzeitig abzuschliessen. Das sorgt für Sicherheit und bereitet dich auf Wachstum vor. Gibt es einen Schadensfall und keine Versicherung, haftest du persönlich für sämtliche Kosten.

Amazon-Versicherung: Versicherungsarten und ihre Vorteile

Amazon-Versicherung umfasst mehrere Deckungen, die je nach Geschäftsmodell und angebotenen Produkten relevant sein können. Die Betriebshaftpflichtversicherung ist Pflicht, weitere Arten können aber sinnvoll sein:

  • Betriebshaftpflicht: Deckt Drittschäden, Produkthaftung und Rechtsstreitigkeiten ab
  • Produkthaftpflicht: Absicherung bei Schäden durch deine Produkte
  • Inventarversicherung: Schützt Lagerbestände und Gerätschaften
  • Cyberversicherung: Schutz gegen Datenverluste und Sicherheitsverletzungen
  • Ertragsausfallversicherung: Springt ein, wenn dein Geschäft zeitweise pausiert

Arbeite mit einem Makler, der den Onlinehandel und Amazon-Verkauf kennt. Er hilft, eine Police zu finden, die Amazons Anforderungen entspricht und zu deinem Modell passt. Die Police sollte skalierbar sein, damit dein Schutz beim Wachstum mitwächst.

Brauchst du eine Gewerbebewilligung für den Amazon-Verkauf?

Viele neue Amazon-Verkäufer fragen sich: Ist eine Gewerbebewilligung zwingend für das Verkaufen auf Amazon? Kurz gesagt: Amazon verlangt direkt keine Unternehmenslizenz für ein Verkäuferkonto. Du kannst auch als Privatperson starten.

In vielen Ländern brauchst du jedoch ab einem bestimmten Umsatz oder für steuerliche Vorteile eine Gewerbeanmeldung – auch im Onlinehandel. In der Schweiz benötigst du etwa bei Gewerbsmässigkeit oder zur Abzugsfähigkeit von Geschäftsausgaben einen Eintrag im Handelsregister bzw. eine entsprechende Steuernummer.

Abhängig von den Produkten können zusätzliche Genehmigungen nötig sein, zum Beispiel für Elektronik oder Kosmetik. Amazon prüft dies nicht proaktiv, aber fehlende Genehmigungen können Strafen oder die Löschung deiner Angebote zur Folge haben.

Richtige Lizenzen bieten Vorteile: Du kannst im Grosshandel einkaufen, Geschäftskonditionen erhalten und Beziehungen zu Lieferanten professionell aufbauen. Das sorgt für langfristigen Erfolg und Seriosität deines Amazon-Geschäfts.

Brauchst du eine Firma für den Amazon-Verkauf?

Eine häufige Frage beim Amazon-Start: „Brauche ich zwingend eine Firma oder GmbH?“ Amazon verlangt keine Firmengründung – du kannst als Einzelunternehmer starten. Beide Modelle haben aber Vor- und Nachteile:

Als Einzelunternehmer ist der Einstieg schnell und günstig. Eine Registrierung genügt und mit Buchhaltung bist du unkompliziert aufgestellt. Der grosse Nachteil: Du haftest privat für betriebliche Schulden. Im Ernstfall sind Privatvermögen wie Haus oder Auto gefährdet.

Mit einer GmbH (in der Schweiz: GmbH/AG) trennst du Firmen- und Privatvermögen („beschränkte Haftung“). Vorteile:

  • Steuerliche Vorteile und Flexibilität
  • Mehr Seriosität für Lieferanten und Kunden
  • Einfache Übertragbarkeit und Verkäuflichkeit der Firma
  • Partner oder Investoren können leichter beteiligt werden

Nachteile einer Gesellschaft sind: höhere Kosten, komplexere Buchhaltung und mehr Pflichten. Für ambitionierte Amazon-Verkäufer überwiegen jedoch langfristig meist die Vorteile.

Benötige ich eine Lizenz für Lebensmittelverkauf auf Amazon?

Lebensmittel sind gefragt auf Amazon, unterliegen aber besonderen Vorschriften. Willst du Lebensmittel verkaufen, beachte Amazons Anforderungen und gesetzliche Regeln zur Lebensmittelsicherheit.

Amazon verlangt, dass Lebensmittel sämtliche lokalen Gesetze erfüllen. In der Schweiz bedeutet das die Einhaltung der Vorgaben des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit sowie ggf. Bewilligungen oder Eintragungen als Lebensmittelunternehmer.

Für Lebensmittelprodukte gelten oft spezielle Kennzeichnungspflichten wie Zutatenliste, Nährwertangaben, Allergene und Haltbarkeitsdaten. Amazon fordert ggf. Nachweise über die Einhaltung, bevor du verkaufen darfst.

Je nach Geschäftsmodell können weitere Pflichten entstehen:

  • Lagerung und Transport von Lebensmitteln
  • Kühlkette bei Versand
  • Rückverfolgbarkeit der Zutaten
  • Sonderregeln für Bio- oder Allergikerprodukte

Manche Lebensmittel sind eingeschränkt oder verboten, besonders bei fehlender Kennzeichnung oder Zertifizierung (z.B. Hausgemachtes). Überprüfe daher Amazons Vorgaben und hole nötige Lizenzen bei den Behörden ein.

Für einen guten Status bei Amazon Seller Central musst du sämtliche Vorschriften erfüllen. Verstösse bedeuten Produktlöschung oder sogar Account-Sperre.

Kann ich ohne MwSt/USt auf Amazon verkaufen?

Mehrwertsteuer (in der Schweiz)/Umsatzsteuer (international) ist komplex, vor allem bei internationalem Handel. Amazon fordert, alle Steuervorschriften einzuhalten. Du bist aber selbst dafür verantwortlich.

In der Schweiz musst du dein Geschäft ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000 für die MwSt anmelden. Danach musst du auf Verkäufe MwSt berechnen und abführen. Amazon stellt Tools für die korrekte Berechnung innerhalb Europas bereit.

Verkaufst du in andere EU-Länder, beachte Vorschriften für Fernabsatz und das One-Stop-Shop-System (OSS). Damit kannst du Umsatzsteuer für alle EU-Länder zentral melden – eine echte Erleichterung.

Auch Händler ausserhalb der EU, die in der EU verkaufen, sind eventuell zur Registrierung verpflichtet oder nutzen den USt-Service von Amazon. Missachtung führt zu:

  • Busse und Nachzahlungen
  • Beschlagnahmung der Ware durch Zoll
  • Sperrung deines Amazon-Kontos
  • Juristische Folgen im Land des Verkaufs

Um die MwSt-Anmeldung zu umgehen, etwas zu sparen, ist keine gute Idee. Amazon erkennt immer besser, wer nicht regelkonform ist. Die Behörden werden bei Onlinehändlern ebenfalls aktiver.

Unternehmensformen für Amazon-Verkäufer: Überblick

Die Wahl der richtigen Unternehmensform ist eine zentrale Entscheidung für Amazon-Verkäufer. Jede Form bietet unterschiedliche Vorteile und Risiken – je nachdem, wie risikofreudig du bist, wie gross dein Wachstumspotenzial ist und worauf du steuerlich Wert legst.

Das Einzelunternehmen ist am einfachsten: Wenig Papierkram und geringe Kosten. Buchführung und Steuererklärung sind unkompliziert, aber du bist für alles haftbar – auch privat.

Die GmbH (oder AG) bietet Haftungsbeschränkung, dein Privatvermögen ist also meist geschützt. Die Gründung ist kostenintensiver (Einlage min. CHF 20’000) und bringt mehr administrative Pflichten, aber auch Seriosität und Vorteile, wenn deine Firma wächst.

Die Kollektivgesellschaft ist für den Start mit Partnern gedacht. Eigentum und Verantwortung werden geteilt, gemeinsames Wachstum ist leichter – klare Absprachen und Verträge beugen Konflikten vor.

Vorher war in Dänemark die IVS möglich, sie wurde aber abgeschafft. IVS müssen auf eine ApS (vergleichbar GmbH) umgestellt werden.

Deine Wahl hat langfristige Auswirkungen auf dein Amazon-Geschäft. Lass dich daher von Experten beraten – das schützt Vermögen, optimiert Steuern und gibt Raum für Wachstum.

So gründest du dein Geschäft für Amazon

Nachdem du die passende Unternehmensform gewählt hast, geht es an die offizielle Gründung. Diese Schritte brauchst du für den Amazon-Verkauf:

Wähle einen Firmennamen, der einzigartig ist und international keine negativen Bedeutungen hat. Prüfe auch, ob die Domain noch frei ist.

Registriere dein Unternehmen beim zuständigen Amt. In der Schweiz ist das das Handelsregisteramt. Danach erhältst du eine Firmennummer (UID), meist online möglich.

Abhängig von Form und Branche kommen hinzu:

  • Satzung/Aktienregister (bei Gesellschaften)
  • Firmenkonto eröffnen
  • MwSt-Anmeldung (ab Umschwelle)
  • Versicherungen abschliessen
  • Erforderliche Bewilligungen beantragen

Ist das erledigt, kannst du deinen Amazon Seller Account einrichten. Amazon benötigt dafür die Firmendaten wie UID, Bankkonto und Kontaktdaten sowie ggf. weitere Unterlagen zur Verifizierung.

Sorge für professionelle Buchhaltung von Anfang an. Dazu gehören:

  • Buchhaltungssoftware wählen
  • Private und geschäftliche Kosten strikt trennen
  • Steuerpflichten und Fristen kennen
  • Einnahmen/Ausgaben lückenlos dokumentieren

Hole dir Rat von Buchhaltern mit E-Commerce-Erfahrung – sie sorgen für korrekten Start und steuerliche Optimierung.

Steuerliche Pflichten für Amazon-Verkäufer

Steuern sind ein komplexes, aber unvermeidbares Thema beim Amazon-Verkauf. Kennst du deine steuerlichen Pflichten, vermeiden sich böse Überraschungen – und du kannst auch legal sparen.

Für Schweizer Verkäufer ist die Einkommenssteuer wichtig. Gewinne aus deinem Amazon-Geschäft musst du angeben. Je nach Unternehmensform gilt:

  • Als Einzelunternehmer werden Gewinne als Einkommen versteuert
  • Firmen zahlen Gewinnsteuer, Ausschüttungen an Gesellschafter werden erneut als Einkommen versteuert

Mehrwertsteuer ist ein weiterer zentraler Aspekt. Wie erwähnt: Wer über 100’000 CHF Umsatz macht, muss sich registrieren. International verkauft? Beachte die Regeln im Zielland, ggf. gelten dort andere Pflichten.

Amazon FBA-Seller (Lagerung in mehreren Ländern) müssen aufpassen: Ein „fester Geschäftsbetrieb“ kann in anderen Ländern steuerpflichtig machen. Amazon zeigt dir, wo deine Ware liegt – das hilft bei der Einordnung.

Empfohlene Strategien:

  • Alle Geschäftsvorgänge genau dokumentieren
  • Steuerabzüge erkennen
  • Steuerrücklagen bilden
  • Mit Steuerberater mit Onlinehandel-Erfahrung arbeiten
  • Amazon-Berichte für internationale Verkäufe nutzen

Steuerhinterziehung ist strafbar, Steueroptimierung aber legal. Hol dir im Zweifel Expertenrat, um gesetzeskonform zu bleiben und Steuerlast zu minimieren.

Rechtssicherheit für dein Amazon-Geschäft: Verträge & Schutz

Neben den Grundanforderungen sorgen proaktive Massnahmen wie Verträge und interne Richtlinien für zusätzlichen Schutz vor späteren Streitigkeiten. Sie regeln deine Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Partnern.

Zuallererst: Klare Allgemeine Geschäftsbedingungen. Diese sollten auf deiner Amazon Produktseite oder per Link verfügbar sein und Folgendes regeln:

  • Widerruf und Garantie
  • Haftungsbeschränkung
  • Zahlungs- und Versandbedingungen
  • Regelung bei Konflikten

Wichtig ist ausserdem eine Datenschutzerklärung, falls du Kundendaten erhebst. Amazon gibt Informationen an Verkäufer weiter, die nach DSGVO geschützt werden müssen. Die Erklärung muss Beschaffung, Nutzung und Schutz von Daten transparent machen.

Lieferst du mit Herstellern/Lieferanten? Schriftliche Verträge sind Pflicht, etwa für:

  • Produktspezifikationen und Qualitätsstandards
  • Preis- und Zahlungsbedingungen
  • Lieferfristen
  • Urheberrechte
  • Vertraulichkeit und Wettbewerbsverbote

Schütze deine Marke, indem du Marken und Designs registrierst. Das Amazon Brand Registry bietet weitere Schutztools gegen Fälschungen und unerlaubte Verkäufer.

Habe auch einen klaren Plan für Reklamationen und Bewertungen; Amazon legt grossen Wert auf Kundenzufriedenheit. Mit einer klaren Beschwerdepolitik erhältst du bessere Verkäufermetriken.

Denke schliesslich an eine Exit-Strategie, etwa für Firmenverkauf, Nachfolge oder Geschäftsaufgabe.

So legst du mit den richtigen rechtlichen Vorkehrungen die Basis für eine sichere Zukunft auf Amazon und minimierst dein Risiko.

Amazon-Regeln und Richtlinien richtig einhalten

Neben allgemeinen Gesetzen musst du Amazons Hausregeln genau beachten – sie sorgen für ein positives Erlebnis bei Kunden und Verkäufern. Verstösse führen zu Einschränkungen oder Kontoschliessung.

Die Liste verbotener und bewilligungspflichtiger Artikel ist lang und wird regelmässig aktualisiert. Prüfe vor Investitionen genau, ob deine Produkte erlaubt sind – speziell für Kosmetik, Lebensmittel, Elektronik oder Kinderartikel.

Amazon fordert korrekte und detaillierte Produktbeschreibungen sowie Produktbilder, die nicht irreführen. Falsche Angaben oder Markenrechtsverstösse können den Account teuer zu stehen kommen.

Kundenservice ist ebenfalls kritisch. Anfragen müssen innert 24 Stunden beantwortet werden, Retouren professionell abgewickelt, Fehlerquoten niedrig gehalten werden. Schlechte Bewertungen oder Beschwerden senken die Sichtbarkeit und führen im schlimmsten Fall zur Sperre.

FBA-Verkäufer haben zusätzliche Regeln für Verpackung, Barcodes, Versand. Fehlverhalten führt zu Zusatzgebühren oder kann deinen Versand verhindern.

So bleibst du aktuell bei den Amazon-Richtlinien:

  • Schaue regelmässig in Amazons Seller Central und verfolge Updates
  • Abonniere die Verkäufer-News von Amazon
  • Tausche dich in Foren und Gruppen mit anderen Sellern aus
  • Für komplizierte Fälle: Ziehe einen Amazon-Berater hinzu

Konsequent die Richtlinien einhalten ist einfacher und günstiger als einem gesperrten Account nachlaufen zu müssen. Mit proaktiver Amazon-Compliance sicherst du deinen Unternehmenserfolg auf lange Sicht ab.

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